Samstag, 9. Mai 2026 Aufbruch

Mein Vermieter hat mir gestern noch den Tipp gegeben, doch mit dem Bolt (Uber) zum Airportlink zu fahren. Das sei billig und sehr viel einfacher, als extra zur MRT zu laufen und dann umzusteigen. Und er hat recht. Das Taxi kam sehr pünktlich und brachte mich schnell zum Zug. Umgerechnet ca. 3€ kostete der Spaß.

Noch in Bangkok



Das ist jetzt keine MRT, sondern die ganz normale thailändische Eisenbahn und die ist noch sehr viel schneller als der MRT und das ist gut, weil der Flughafen schon sehr weit außerhalb liegt.

Wäre ich mit der MRT zum Railroadlink gefahren, hätte ich keinen Sitzplatz mehr bekommen. Schon bei der Station, wo ich eingestiegen bin, war der Zug sehr voll.

Am Airport war dann das übliche Chaos. Viele Leute mit suchendem Blick….

Ich bin aber erst mal zu Thai Airways gegangen und habe da nach einem Upgrade gefragt. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Ich hatte mir auch schon einen finanziellen Rahmen zurechtgelegt, aber so weit kam ich nicht. 


Airport



Kein Platz mehr frei! Na gut, dann eben nicht. Die 13 Stunden….

Bei der Security fiel ich natürlich wieder wegen der Phurba auf. Aber die Frau, die das kontrollierte, wr freundlich und gab sie mir zurück. Auch die Thunfischbonbons waren (warum auch immer) Stein des Anstoßes, aber auch die gingen problemlos durch. Meine Gummibärchen blieben unerwähnt.


Das Gate war nicht im Hauptgebäude, sondern ich musste noch fast 10 Minuten mit einem Zug unterirdisch fahren bis zu einem anderen Gebäude. 


Die Zeit bis zum Boarden verging schnell und bald saß ich im Flieger. Es ist eine 3-4-3 Bestuhlung, also rechts und links jeweils 3 Sitze und in der Mitte 4.

An den Klos sind dann außen nur noch je 2 Sitze und davon gehört einer mir. Ich sitze also am Gang und habe neben mir noch Platz für die Füße. Der Flieger ist aber auch ziemlich eng, die guten alten Zeiten mit Thai Airways sind wohl vorbei. 

Leider ist mein Sitznachbar NOCH kräftiger,als ich, das verspricht also, eine enge Kiste zu werden.

Und es ist sehr warm in dem Flugzeug, gefühlt werden die 13 Stunden immer mehr.


Wir überfliegen Burma und die Bay of Bengal, kommen an Kalkutta vorbei und lassen Varanasi unter uns. 


Es gibt etwas zu essen und das ist noch nicht mal schlecht, nur so ohne Ellenbogenfreiheit ist es sehr schwierig, die Sachen unfallfrei in den Mund zu bekommen. 


Lahore bleibt rechts von uns liegen auf dem Weg zum schwarzen Meer, der Weg führt nördlich von Eriwan vorbei, immer schön unterhalb der Ukraine und langsam (zu langsam) nähern wir uns Frankfurt. Vorher müssen wir aber noch Rumänien und Ungarn überfliegen. Es zieht sich!


Aber auch dieser Flug ging zu Ende. Wir landeten 18 Minuten zu früh (Rückenwind) und ich hatte ein Zugticket fast 2 Stunden später. Mist. Ein neues Ticket sollte 108.-€ kosten, wenn ich das mit den Zugpreisen in Korea oder Taiwan vergleiche, wird mir ganz schwindelig. Zumal in der App stand, dass keine Sitzplätze mehr verfügbar seien. 


Aber der freundliche Typ in der Info meinte, ich solle einfach den Zugchef fragen, ob der mich mitnehmen will. Das tat ich und der war nicht begeistert. Der Zug sei voll, weil man mit weniger Wagen fahre, als sonst und ich würde keinen Sitzplatz bekommen. Aber das war mir egal. Der Zug fährt eine Stunde 20 Minuten und vielleicht kann ich mich da auch irgendwo auf den Boden setzen. Aber ich hatte Glück: ein Platz war noch frei. 

Frankfurt



Glückliches Ende der Reise. (Jetzt muss das nur noch mit der S-Bahn vom Hauptbahnhof bis nach Hause klappen, spannend! 


Es war ein interessanter Trip. Obwohl ich „nur“ im Osten von Asien gewesen bin, habe ich 4 verschiedene Welten kennengelernt. Während ich Unterschiede zwischen z.B. Holland, Frankreich und Spanien nicht so stark wahrnehme, habe ich das hier anders empfunden. 



Die Bilanz: 4 Länder, 14 Orte (incl. Tagestouren), 34 Tage, 380 km zu Fuß bewältigt und ca. 26.000 km Gesamtstrecke zurückgelegt.

Und viele vorherige Einschätzungen (Vorurteile) über Bord geworfen. 


Thailand und Bangkok wird nicht nur wegen der wichtigen Funktion als Drehscheibe wieder auf meinem Reiseplan erscheinen, und ich glaube Korea: da will ich auch noch mal hin.


20 Jahre lang mache ich das jetzt. 2006 habe ich mit Daggi meine erste Fernreise gemacht. Indien und Thailand! Eine unvergessliche Reise. Damals ist diese Sehnsucht nach der Ferne entstanden und ich habe sie Schritt für Schritt ausgelebt. 2013, als ich 60 wurde habe ich dann meine erste Soloreise gemacht. Und auch das habe ich etabliert. Das war jetzt, wenn ich mich nicht verzählt habe, meine 31. Reise seit 2006. Und wie immer: nach der Reise ist vor der Reise…


Danke fürs mitreisen!

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