Samstag, 2. Mai 2026 Zurück nach Taipeh

Auf den Straßen ist es noch sehr ruhig, aber der Bahnhof ist gut besucht. Die meisten haben kein Gepäck dabei, machen also keine größere Reise. 25 Grad zeigte das Thermometer um 7 Uhr, das wird wieder ein warmer Tag. 


Auch diese Fahrt war unspektakulär, ich habe wieder bequem gesessen, und die Klimaanlage hatte eine angenehme Temperatur. Dieses Mal hatte der Zug Verspätung. Wir sollten um 10:50 Uhr in Taipeh sein, aber wir liefen genau um 10:50 Uhr in einen anderen Bahnhof ein. Ich hatte so ein bisschen vor mich hingedöst und war jetzt auch direkt sehr nervös weil ich dachte: 10:50 Uhr?Bahnhof? Muss ich hier raus? 


Aber zum Glück bin ich sitzen geblieben und 10 Minuten später! liefen wir dann in der Mainstation ein. 


Dieser Bahnhof ist unvorstellbar groß. Es gibt viele Informationstafeln und auch die Schilder an der Decke zeigen ganz gut, wo man lang muss, wenn man weiß, wo man hin muss. 





Normalerweise sagt Google Maps bei so einer Planung, welchen Ausgang man nehmen soll, in diesem Fall hat Google das leider nicht gemacht. Also habe ich einen Zeit lang vor so einer Infotafel verbracht, bis ich dann den richtigen Ausgang identifiziert hatte. 


Ich fand ihn dann auch schnell und kam ins Freie. Und ins warme. Aber es war völlig genial, weil zu meinem Hotel waren es jetzt nur noch 150 m. Das ist natürlich für morgen früh auch gut, wenn ich nicht so lange zum Bahnhof laufen muss. 


Ich gab mein Gepäck ab und entschied mich, noch mal in den Bahnhof zu gehen, um zu checken, wie lange ich brauche, um bis zur richtigen U-Bahn zu kommen. 


Gut, dass ich das gemacht habe. 


Ich bin zügig 19 Minuten lang unterirdisch gegangen, bis ich an der Stelle stand, wo man die Fahrkarte scannen muss. Also fast 20 Minuten, dann muss ich morgen doch eher 25 Minuten oder vielleicht sogar eine halbe Stunde vorher das Hotel verlassen. 


Um 5:30 Uhr geht der Airport Express und um 6:00 Uhr der nächste. Ich fliege um acht, das sollte also klappen. 

Geistesgegenwärtig (ein blindes Huhn findet auch schon mal ein Korn) fragte ich an der Info, was denn die Fahrt zum Flughafen kostet. Google sagt 130 $ und ich habe noch 155 $ auf meiner Easycard, das passt also perfekt. 


Die Auskunft des Mannes war aber anders: 160 $ kostet die Fahrt. Google ist auch nicht mehr das, was es mal war.

Schildkröte auf einem schweren Weg…




Das Viertel hier am Bahnhof ist unheimlich lebendig. Es gibt unzählige kleine Restaurants oder Garküchen und jetzt, um die Mittagszeit, sind sie auch alle sehr voll. Es sind vor allem Kinder und junge Leute, die sich hier etwas zu essen holen. Ich gehe ein bisschen kreuz und quer durch die Straßen und merke den Unterschied auch zu den größeren Städten, in denen ich gewesen bin: hier ist noch mehr Leben. 


Damit hat die Bank gearbeitet









Ich gehe dann in das Land Bank Museum, ebenfalls ein Naturmuseum, das aber von einer Bank gesponsert wurde. Nach dem Museum in Teichung sollte man so etwas nicht mehr machen: der Unterschied in der Qualität war krass. 


Auch hier sind Dinosaurier die größten Stars und werden (es ist Wochenende) auch von dem jungen und kindlichen Publikum sehr gefeiert. Ich gebe zu, ich bin überwiegend wegen der Klimatisierung hier drin.


Danach bin ich noch in den gegenüberliegenden Park gegangen, wo ein paar recht hübsche chinesische Pavillons standen. Dort kam ich mit einem älteren Mann ins Gespräch, der ausgezeichnete Englisch sprach. 







Kein Wunder, es war ein Arzt, der nach Kalifornien ausgewandert war und jetzt quasi einen Heimatbesuch machte. Er arbeitet bei der WHO und ist auch in vielen Ländern gewesen und wir haben uns über das Reisen unterhalten. Immer wieder erstaunlich, was man für Leute kennenlernt. 


Ich bin dann etwas früher in meine Unterkunft gegangen, weil ich beim einchecken gesehen hatte, dass die Betten nach dem Zufallsprinzip verteilt werden. Man konnte aber gegen Zahlung von 100 $ sich ein Bett aussuchen, und das wollte ich jetzt machen. Als ich ankam, sagte der Typ okay, wenn du da bist, dann kannst du jetzt auch auf dein Zimmer gehen. Der gab mir den Schlüssel und sagte: du hast die Nummer eins, das ist das untere Bett. 


Ich habe mit Sicherheit schon bei der Buchung als Wunsch angegeben, dass das ich das untere Bett haben wollte, und das fand ich jetzt aber auch sehr nett. Einerseits, dass er den Wunsch entsprochen hat, andererseits, dass ich etwas früher in das Zimmer konnte. 


Meine Koje….🥲



Das allerdings ist abenteuerlich. Die Freifläche hat vielleicht 1 bis 2 m², alles andere sind Betten. Sie sind sehr verwinkelt gestellt und alles ist unfassbar eng.  Und das untere Bett ist tatsächlich unten. Unter dem Bett ist nicht mehr viel, ich fürchte, nicht mal ein Rahmen. 


Natürlich gibt es Gemeinschaftsräume, wo man sich aufhalten kann, aber das ist mit Sicherheit der kleinste Dorm, den ich je gesehen habe. Sechs Betten haben hier Platz. Aber für die eine Nacht wird es gehen. Insgesamt sind die Leute aber sehr freundlich und hilfsbereit.


Anschließend bin ich noch mal in das Viertel gegangen, wo ich vorher gewohnt hatte, nach Ximen. Das war einfach eine nette Gegend und ich habe mich auch richtig gefreut, als ich wieder da war. Ich bin dann durch die Straßen gegangen wo abends der Nachtmarkt aufgebaut wird. 



Und da war natürlich jetzt am Wochenende auch um diese Uhrzeit schon ziemlich die Hölle los. An der Straße standen vielleicht 10 oder 12 kleine mobile Garküchen und ganz plötzlich schnappten sich alle Besitzer diese fahrbaren Karren und ranntwn damit in eine Seitengasse. 


Sie rannten mit diesen Wagen, obwohl da noch das Feuer unter den Töpfen brannte und teilweise auch große Gefäße mit siedendem Öl drauf waren. 


Ich habe sowas schon mal in China gesehen und auch einmal in Südamerika. Das sind natürlich illegale ambulante Händler, die keine Lizenz haben und einen Augenblick später sah ich auch schon die Polizei, die hier für Ordnung sorgte. Einerseits richtig, andererseits hatte ich mir natürlich auch überlegt, mir was zu essen zu kaufen. Na gut, dann eben nichts



Abends habe ich dann noch das letzte Geld auf den Kopf gehauen und war in einer kleinen Garküche etwas essen. Nudeln mit Schrimps! Damit ist die Taiwanstory beendet. Ein interessantes Land. Super einfach zu bereisen, und vor allem die großen Städte (Kaohsiung, Taichung und vor allem Taipeh)waren hochinteressant. Ich habe leider nur den Rand gesehen und nichts vom Landesinneren, da kommt man aber auch sehr viel schwerer hin. Die Menschen hier sind ultra-freundlich und hilfsbereit und alles ist sauber und ordentlich. Und zumindest habe ich das Land besucht, bevor Mr. Xi es sich wieder zurückgeholt hat.  


Ach ja, noch was. Ich habe echt mal recherchiert, was das mit den Mopeds hier auf sich hat. Es gibt hier 14 Millionen Mopeds. Selbst Pakistan hat mit 17 Millionen mehr davon. Und dann kommen die Schwergewichte: Vietnam mit 58 Millionen, Indonesien mit 112 Millionen und Indien mit 221 Millionen. Warum kam mir das so viel vor? 

Wenn man die Zahlen in Relation zur Bevölkerung setzt, wird das klar. Indien hat 16 pro 100 Bewohner, Indonesien 39, Vietnam immerhin 57 und Taiwan 60 pro 100 Bewohner. 

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