Montag, 4. Mai 2026 Heiß!

Ein leckeres kleines Frühstück lässt meinen Tag beginnen. Nach dem wenigen Schlaf in der vorletzten Nacht habe ich geschlafen wie ein Stein. Herrlich! Ich hatte mich gestern Abend noch lange mit einem jungen deutschen Mann unterhalten, der jetzt seit fünfeinhalb Monaten unterwegs war. Der beklagte sich, dass er jetzt dieses Reisen wirklich satt hätte und sehnt sich nach einem geregelten Tagesablauf zu Hause. So unterschiedlich sind die Einstellungen zum Reisen. 


Heute Vormittag ist leider Regen angesagt, also muss ich erst mal etwas planen, was mehr indoor stattfindet. Also gehe ich zur Citygalerie, die soll ganz interessant sein. 


Dabei komme ich an dem Food Court von gestern vorbei, den ich heute mit anderen Augen sehe. Gestern Abend hatte ich noch im Lonely Planet gelesen. das einer der Stände hier, und das kann durchaus der sein, wo ich gestern gegessen habe, mal einen Michelin Stern hatte. Die Stadt ist also offensichtlich für Überraschungen gut.


In der Citygalerie wird die Stadt erklärt. So wie es aussieht, wird hier nicht viel dem Zufall überlassen, alles wird strategisch und langfristig geplant. So hat man vor drei Jahren ein neues Programm aufgesetzt, um insgesamt daran zu arbeiten, die Stadt, wie es hier genannt wird, kälter zu machen, um dem Klimawandel zu begegnen. 

Viel grün




Super gemachte Präsentation



Modell des Zentrums




Dabei achtet man auch sehr drauf, dass die vielen verschiedenen Nationen hier alle zu ihrem Recht kommen. Auch die Verkehrsplanung steht im Fokus. Mehr  und mehr werden Eisenbahnlinien oder Schnellbahnen unter die Erde gelegt, um auf der Erde Platz für die Bürger zu schaffen und nicht nur für die Bürger, sondern auch für Tiere und Pflanzen, was wiederum positiven Einfluss auf Klima und Wohlbefinden hat. 

Weg zur MRT



Diese Unterwelt wird mehr und mehr auch für Business genutzt, was ja sinnvoll ist. Unten ist Platz, es ist trocken und weit kühler als an der Oberfläche und die Welt da unten gehört den Fußgängern. 

Die Lebensqualität der Menschen steht ganz weit oben auf der Prioritätenliste.

Gestartet ist die Stadt als Handelsposten, sie war ein sumpfiger, nicht gut riechender Bereich. Aber schon in den sechziger Jahren hat man neben der normalen Stadtplanung auch schon aktiv über Grünflächen und Ähnliches nachgedacht.


Die heutige, sehr modern scheinende Infrastruktur wurde bereits in den siebziger Jahren geplant und angefangen zu realisieren. Dazu gehören die ganzen Bahntrassen, die Straßen und auch die Hochstraßen.

Singapur ist ja Stadt und Land in einem und mussten sich deshalb breiter aufstellen  als eine normale Stadt. Der gesamte Bildungsbereich, die Energieversorgung, die Wasserversorgung, die Müllabfuhr ind vieles mehr, alles muss gemeinsam orchestriert werden, und das erfordert gute Planung (langfristig und kurzfristig) und konsequente Durchführung. 


Diese Loblieder über die Stadt sind endlos lang, und eigentlich auch hinlänglich bekannt, aber auf jeden Fall verdient.

Neben den Dingen, die hier auf Land passieren, ist Singapur natürlich auch ein sehr wichtiger, großer Hafen. Und hier finde ich auch eine Information darüber, was mir gestern beim Anflug schon aufgefallen war: durchgehend liegen vor dem Hafen von Singapur, circa 600 Schiffe in einem großen Ankerbereich und warten darauf, dass sie einlaufen und laden oder löschen können.


Die Dokumentation ist vorbildlich gemacht. Auf große Wände werden viele Themen virtuell projiziert und man kann an der Wand auf definierte, ebenfalls virtuelle  Buttons drücken, um nähere Informationen zu bekommen. 


Insgesamt kann man nicht anders, als sehr beeindruckt zu sein von der Art, wie ganzheitlich hier an die Planung der Stadt für ihre Menschen herangegangen worden ist.



Danach bin ich dann zu meinem (seit gestern) Lieblingsfoodcourt gegangen und habe mir dort einen dreifarbigen Kaffee gekauft. Nicht, dass ich wüsste, was da drin ist, aber es war ein kalter Kaffee und er war sehr sehr lecker.

Dann habe ich mich auf den Weg zu den Marina Bay Sand gemacht. Das geht (bei den Wetter natürlich völlig genial) mit der MRT und an der Zielhaltestelle landet man erst mal in einem gigantischen Shopping Paradies. 



Kleiner Roboter sucht Anschluss..🤪







Der Hund meines Bruders hieß so…😂





Es ist ja generell alles relativ teuer hier, aber noch mehr Geld ausgeben ist überhaupt kein Problem.

Hier ist alles vertreten, was Rang und Namen hat. Der Bereich, durch den ich gehe, ist den Uhren vorbehalten. Rolex, Patek, Rado, sie sind alle hier, schreiben aber auch keine Preise an ihre Exponate. Wer sich für die Preise interessiert, ist hoffentlich offensichtlich nicht der richtige Kunde für diese Händler hier.


Dann verlasse ich die Mall und bin wieder bei 32° im Freien. Vor mir die Marina Bay.


Und jetzt mal ganz unabhängig davon, ob man so etwas mag oder nicht, aber man bekommt einen sehr trockenen Mund, weil der die ganze Zeit offen steht. 












Der Blick auf diese Hochhäuser, im Grunde genommen alle mit einem außergewöhnlichen Design zwingt einem Respekt ab. Für den letzten Satz habe ich etwas länger gebraucht, weil ich gar nicht wusste, wie man das am besten ausdrückt und ich bin auch jetzt noch nicht sicher, ob das gut war. 


Apple Shop



Von unten in die Kugel



Höher und höher


In der Kugel
…und wieder runter




Diese Architekten hier haben sich echt was einfallen lassen und ich bin zutiefst beeindruckt. Ein kleines (winziges) Highlight ist auch der Apple Shop hier, der meiner Meinung nach einem sehr perfektes Heim gefunden hat.

Als ich dann hinein gegangen bin, fand ich das nicht mehr so ein winziges Highlight. Es war schon ein sehr genialer Shop, sehr großzügig und diese Kugel ist einfach fantastisch. Und so nebenbei hab ich auch noch zwei Dinge über mein iPhone erfahren, die ich vorher gar nicht wusste. Hat sich also gelohnt!


Beim weitergehen kam ich an einem kleinen Bootssteg vorbei, auf dem sich zwei Tiere tummelten. Keine Ahnung, was das war, vielleicht Otter? Sie sprangen da herum und hüpften zwischendurch auch mal ins Wasser. Interessant!







Dann kam ich am Red Dot Design Museum vorbei, und oh Wunder: es hatte am Montag geöffnet. Allerdings war es nicht ganz so toll, weil viele Exponate nur auf Fotos gezeigt wurden, einige aber durchaus in der Realität.





Da gab es zum Beispiel einen KI-gesteuerten Scanner, um Schlaganfälle in unter 5 Minuten festzustellen. Oder eine Beinprothese, die in der Lage war, sich quasi selber auszubalancieren. Es gab auch einen Roboter, der Operationen im Bauchbereich (Magen, Darm, Nieren usw revolutioniert und durchführt. 



Das sind alles interessante Sachen, wie auch dieses Sextoy speziell für junge Frauen, die so etwas zum ersten Mal ausprobieren, aber ich war eigentlich mehr auf der Suche nach Sachen, die ein spannendes ästhetisches Design haben.






Da ist zum Beispiel Hyundai, die eine Studie gemacht haben zu einem TukTuk auf elektrischer Basis oder auch selbst fahrende Trucks für den Containertransport. So ein Fahrradlenker mit integriertem Navi könnte auch spannend sein.




Dann ist da noch dieses Raumschiff, was aber in Wirklichkeit eine Kaffeemaschine für Kapsel-Kaffee ist,  und dieses Skateboard, das elektrisch angetrieben wird, geländegängig ist und dessen Batterie in unter 1 Stunde aufgeladen werden kann.







Bei dem Modedesign kann ich nicht so 100-prozentig mitgehen, wohl aber bei dieser Drohne, die in Indonesien entwickelt worden ist und die aufgrund ihrer Konstruktion mit minimaler Energie sehr lange und sehr weit fliegen kann und kleine Erste-Hilfe Sets dahin bringt, wo sie gebraucht werden.


Im Grunde genommen war ich im falschen Film. Ich kann mich erinnern, dass zu einer Siemens Zeit der damalige Unix Computer MX500 auch einmal mit dem Red Dot Award ausgezeichnet worden ist. 


Und das war eigentlich auch nur ein großer Kühlschrank, aber im Inneren waren natürlich seine Qualitäten versteckt, unter anderem schon damals Energieeinsparung durch effektive Kühlung. Ganz zum Schluss habe ich aber noch ein absolutes Spitzen-Goodie gefunden. 


Es ist der Petit Qoobo und er kostet 245 $.


Es ist laut Beschreibung ein therapeutischer Roboter in Form eines Kissen mit einem Schwanz. Wenn man es streichelt, wedelt der Schwanz leicht und es vibriert auch leicht dabei quasi wie eine Katze. Es ist schönes, weiches Fell und das ist wirklich mal ein Hammer. 😂


Aber dann war ich „durch“ und musste wieder raus ins Warme.


Wenn man so um die Bucht herum geht, hat man einen fantastischen Blick. Es ist zwar etwas dunstig, aber es hat aufgehört zu regnen und die Temperaturen sind wieder ein bisschen gestiegen. 


Tolle Architektur


Der „Flyer“





Touristen


Verrückt!!


Sehr verrückt


Erklärung zu dem Mädchen mit dem offenen Mund. Die Leute versuchen, die Szene so zu fotografieren, als ob der Wasserstrahl, der aus dem Maul des Löwen kommt, in dem Mund des Mädchens landet. Aus meiner Perspektive sieht es allerdings schöner aus. 


Ich gehe also weiter, wobei an dem ikonischen Löwen (die Merlion Statue, die das Wappen von Singapur ist) vorbei am Theater und laufe dann in eine Falle. An eine Ecke der Bay ist eine große Baustelle und um die muss ich komplett herumlaufen, was einerseits weiter ist (hohe Temperaturen, habe ich das schon gesagt?), die Strecke ist aber auch extrem langweilig und an der Straße sehr laut. 



Kunstmuseum





Ich gehe direkt auf das Riesenrad zu, habe auch überlegt da mal eine Runde mit zu drehen, es aber verworfen. Das Rad dreht sich extrem langsam und ich weiß nicht, ob es in einem Wartungsmodus ist oder ob das bewusst so gesteuert ist, weil vielleicht auch Essen serviert wird. (Ich habe später recherchiert und ja: es gibt Essen, teilweise mit Butlerservice!)

Beides ist aber nichts für euch, also gehe ich weiter.

Das Art Science Museum hat mich nicht nur wegen der extravaganten Architektur angelockt, ich hatte auch Lust, da mal rein zu gehen gebe aber zu, dass die umgerechnet 30 € Eintritt mich ein bisschen abgeschreckt haben. So bin ich dann nur ein paar Minuten in der Lobby geblieben, in der es wahrscheinlich 16° waren. So war ich zwar nicht im Museum, aber ganz nah dabei! 😄


Auf dem Weg zur MRT kam an mir in der Unterwelt ein kleiner Junge vorbei, der auf einem Rollkoffer saß. Er war ziemlich schnell und er ist dann auch rechts abgebogen, erst dann realisierte ich, dass dieser Rollenkoffer elektrisch angetrieben war. Was es nicht alles gibt?


Als ich dann wieder in Chinatown war, bin ich zu meinem Foodcourt gegangen und habe mir dort eine sehr heiße und scharfe thailändische Tom Yum-Suppe eingeworfen. Es gibt wahrscheinlich viele schlauere Sachen, die man bei der Hitze machen kann, aber mir war einfach danach.



Nach einer Pause bin ich dann zu Gardens by the Bay gefahren, eine große Parkanlage, wo ich vor allen Dingen zu den Super Trees wollte. In der MRT Station gingen zwei ellenlange Rolltreppen nach oben, und ich habe mich mittlerweile dran gewöhnt, mich immer ein bisschen nach links zu orientieren, nachdem ich auch auf der Straße auf der rechten Seite des Bürgersteiges oft Leuten ausweichen musste. 


Ich bin dann gemütlich mit der Rolltreppe hochgefahren, als ich plötzlich auf der direkt daneben liegenden Rolltreppe von zwei Frauen, die deutlich hinter mir gewesen sind, überholt wurde. Da war diese Rolltreppe offensichtlich schneller als meine! Unverschämtheit!!












Der Garten ist ein richtiger Regenwald und er fühlt sich auch genauso an. Es ist unheimlich warm und es ist sehr feucht. Es gibt einen kleinen Teich und es ist ein unglaubliches Gewirr von Vogelstimmen rund um einen herum. Einem Informationsschild zufolge leben hier 130 verschiedene Sorten von Kingfishern in diesem circa 15.000 m² großen Gebiet. Der Beschreibung nach soll es hier auch Otter geben, dann sind das mit Sicherheit auch die Tiere gewesen, die ich vorhin gesehen habe. Der Park ist irgendwie sehr unwirklich, weil ich im Prinzip Parks aus Deutschland im Kopf habe. Hier gibt es aber ganz andere Pflanzen andere Farben und ich glaube ich hab das schon mal gesagt, ein anderes Klima.

Hier habe ich dann auch wenig später die unsympathischen Bewohner von Malaysia kennengelernt. 

Mücken.

Ich merkte, wie ziemlich plötzlich meine Beine anfingen, zu jucken und später sah ich dann auch, dass ich offensichtlich ein beliebter Gastgeber gewesen bin.


Mit der Fotokamera und mit dem Handy muss ich sehr vorsichtig sein, da meine Hände fast nass sind. Allerdings gibt es hier im Park auch Leute, die hier joggen, da fehlt mir aber jede Fantasie zu.











Ich komme bei den Super Trees an. Da sind sehr hohe Gebilde aus Stahl und Beton, die wie ein Baum aussehen, aber es sind vor allem im unteren Bereich sehr viele Pflanzen in diesen künstlichen Baum integriert sowie Bromelia und Orchideen und Tansas. 


Es ist offensichtlich eine gelungene Fusion aus Natur, Kunst und Technologie, es sind Funktionsobjekte. 

Mit ihnen wird einerseits Regenwasser gesammelt (das geschieht an vielen Stellen in der Stadt, andererseits sind das nichts anderes als hohe Schornsteine um vor allem die Abwärme aus dem Verwerten aus Biomasse (Abfälle unter anderem auch aus dem Park) weit nach oben abzuführen. 

Die Biomasse kommt aus dem Park aber auch aus andere Quellen in der Stadt und wird hier entsprechend verbrannt. In einem Wärmetauscher wird Kälte erzeugt, und die Abwärme wird über diese Kamine weit nach oben abgeführt. Die Kälte wird in umliegende Gebäude geleitet, um deren Energiebedarf zu senken. Interessantes Konzept!


Ich habe dann noch einen Ticket für eine kurze Audio-Tour durch den Park gebucht, aber das taugte wenig.  Ich überlege, morgen eventuell noch mal herzukommen. Es ist einmal vom Park her eine tolle Anlage mit vielen Facetten, aber auch der technische Hintergrund ist hochinteressant!


Am Abend war ich dann…..genau: in dem Foodcourt. Chicken in Shrimpsmehl. Wusste garnicht, dass es sowas gibt….




Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Mittwoch, 8. April 2026 Ankunft in Südkorea

Dienstag, 7.April 2026 Es geht los

Donnerstag, 9. April 2026 Seoul