Freitag, 8. Mai 2026 Bangkok, letzter Tag

Mein erster Besuch heute Morgen galt natürlich diesem Kaffeeeschäft, dass nur 50 m von meiner Wohnung entfernt ist. Und heute hatte ich Glück: nur sechs Leute, die in der Warteschlange waren. Dann hatte ich auch noch das Glück, neben einem sehr netten Ägypter zu sitzen, der hier gerade auf Hochzeitsreise war. Elf Tage war er hier, die meiste Zeit auf Phuket und jetzt die letzten drei Tage in Bangkok. Heute Abend fliegt er wieder mit seiner Braut nach Hause. 

Die Köchin bei der Arbeit


Sehr lecker und höllenstark!




Ich wollte dann mal zu der Bushaltestelle gehen, von der ich morgen zum Flughafen fahren will, einfach um den Weg zu kennen und um zu wissen, wo ich da hin muss. Zwischen den Häusern auf der Straße war ein kleiner Gang, und auf Google Maps konnte man sehen, dass der durch den ganzen Block hindurch ging. Also bin ich da mal reingegangen und es ist faszinierend, was für eine andere Welt sich da plötzlich auftut. 


Kleine Häuser und eine sehr ärmliche Umgebung. Dann komme ich noch zu einem kleinen schmutzigen Klong (so werden die vielen kleinen Kanäle hier genannt), bevor ich wieder auf eine normale Straße rauskomme. Da sind spannende Viertel hier.







Ich bin dann durch die Seitenstraßen der Khao San Road gegangen, die natürlich morgens sehr leer und friedlich sind. Trotzdem sitzen schon viele vor ihren Geschäften und sprechen die vorbeikommen Leute an. 





Massage? Willst du einen Anzug kaufen? Singha Bier 100 Baht? (Um 11:00 Uhr morgens) und gleich zwei Burmesen kommentieren mein Tattoo und einer vor einem Restaurant schoss den Vogel ab, in dem er sagte, good morning, Sir I was Waiting for You! 

Ich war kurz davor, zur Belohnung für diesen Spruch da rein zu gehen. Als ich 2012 mit Daggi in Myanmar war, sind wir auch mal an einem kleinen Andenkenladen vorbeigekommen und ein kleiner Junge, circa 13 Jahre, versuchte, uns etwas aufzuschwatzen. 

Wir haben uns ein paar Sachen angesehen aber dann gesagt: probably later!(Vielleicht später). Der kleine Junge guckt uns daraufhin ernst an und sagte: I remember your Face. (ich werde euch wieder erkennen). Cool!


Ich habe heute nichts vor und bin deshalb kreuz und quer durch die Straßen gegangen, habe mir noch ein T-Shirt gekauft und bin dann in einen McDonald’s gegangen und habe dort noch einen Kaffee getrunken. Es ging mir nicht um den Kaffee, ich brauchte einfach ein bisschen Klimaanlage.



Mittags habe ich dann einen sehr leckeren Papaya-Salat gegessen, bevor ich mich in die Kühle meines Apartments geflüchtet habe. Der Nachmittag verlief ähnlich. Ich bin durch die Straßen der Altstadt gelaufen, die sehr nah an der Khao San Road ist und habe mir T-Shirts angesehen und andere Souvenirs. Tagsüber ist es recht still in dem Viertel, umso mehr fällt man auf, wenn man als Farang (Europäer) hier durchläuft. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich auf meine Tätowierung angesprochen worden bin. Da es so ruhig war, kam es fast jedes Mal zu einer kurzen Unterhaltung. Es sind viele Burmesen hier und aufgrund ihrer Vergangenheit sprechen Sie auch alle sehr gut Englisch. Immer wieder die Frage wo ich das Tattoo habe machen lassen oder wann ich in Burma gewesen bin oder welche Orte ich da besucht habe oder alles zusammen. 


Ich hatte das Gefühl, dass die Leute sich gefreut haben und der häufigste Ausspruch war auch „Beautiful Tattoo“. Jetzt ist dieser Tätowierung nicht „Beautiful“. Es ist ein Wort in burmesische Schrift. 

Wenn sich ein Asiate das Wort „Einwohnermeldeamt“ auf den Arm tätowieren ließe, würden wir nicht sagen „Beautiful Tattoo“. 

Ich nehme aber an, dass die Flüchtlinge, die hier gelandet sind, jede Erinnerung an ihre Heimat sehr schätzen und deshalb haben sie sich gefreut, das zu sehen und waren auch insgesamt sehr sehr freundlich.


Abends bin ich dann essen gewesen und noch ein letztes Mal in die Hölle der Khao San Road eingetaucht. Es gibt wieder neue Touristen (sie sind alle noch sehr blass) und das Geschäft läuft. Menschen drängeln sich durch die Straße, Schlepper halten einem irgend eine Speisekarte vor das Gesicht oder eine Preisliste für Massagen (wobei mir die Frauen dann oft irgendwas zuflüstern, ich verstehe zwar nicht, was, aber ich verstehe!). Die Musik dröhnt auf dem Niveau eines Jets und überall gibt es was zu essen. Junge Touristen mit Bierflaschen in der Hand kommen unsicheren Schrittes auf mich zu und die Luft ist geschwängert mit dem Duft von Cannabis. 


Schön hier! 


Um 6:30 Uhr öffnete sich der Himmel und ließ an Wasser raus, was er gerade bei sich hatte. Und das war recht viel. Zu dem Zeitpunkt war ich noch in meinem Apartment und da war es trocken und kühl. 

Als es dann weniger wurde, ging ich los, und zur gleichen Zeit erwachte auch das Zentrum von Bangkok wieder zum Leben. Die Touristen strömt wieder auf die Straße, die Musik wurde wieder lauter. 


Des begann des Spießrutenlaufen zwischen den Schleppern und den Burmesen, die es später gekommen sind und mein Tattoo noch nicht gesehen hatten und mir.

 Und wieder wurde ich oft freundlich angesprochen, oder ich hörte, wie sich die Leute gegenseitig auf das Ding aufmerksam macht. Look, look there is… und so weiter. Verrückt! 





Ich suchte mir dann ein Lokal aus, wo die Speisekarte stimmte, wo die Stühle bequem waren und wo man mit Karte zahlen konnte. Ich überlege, morgen ein Stückchen zum Flughafen mit dem Taxi zu fahren, weil das mit dem Bus mir nicht sehr geheuer ist und da brauche ich Bargeld. Also muss ich ein bisschen haushalten.


Während ich meine Tom Yam löffelte (lecker), kamen zwei non binäre Wesen auf mich zu. Hier an diesem Ort, um dann auch auch noch bei dieser Beleuchtung, traue ich mir nicht zu, Menschen, die weiblich aussehen, auch diesem Geschlecht zuzuordnen. 

Aber sie waren beide sehr hübsch anzusehen. Ihrer Kleidung nach waren sie Promoter für das Singha Bier und fragten mich, (ich trank gerade so ein Bier), wie viel ich davon trinken würde. 

Ich sagte eine Flasche. 




Dann boten sie mir an, wenn ich vier Flaschen trinken würde, dann würde ich ein schönes Hemd (auf dem überall Singha Bier drauf stand) bekommen. 

Die Flaschen hier haben, anders als bei uns, 680 ml, und vier Flaschen, das ist eine echte Aufgabe, der ich mich aber heute nicht stellen möchte. 


Ich sagte Ihnen das, und sie zogen weiter. Aber schon am nächsten Tisch hatten sie Erfolg. Da waren drei Mädchen und die trauten sich diese Aufgabe zu. Na gut, zu dritt hätte ich jetzt auch geschafft! 😁


Ich habe oft über Bangkok geschrieben und andere Menschen sicher noch viel mehr. Die Stadt bietet sehr viel: Kultur und Geschichte, Prostitution, Drogen, Diebstahl, Betrug, aber auch phantastisches Essen und viele Abenteuer beim Erkunden der Stadt. Bangkok ist sicher - wenn man aufpasst. Naive Touristen sind hier (wie in eigentlich allen Metropolen) verloren. Ich mag die Stadt und freue mich immer, wenn ich da bin. So ist Bangkok auch ganz bewußt meine letzte Station auf dieser Reise. Es ist ein wenig wie coming home! 

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