Montag, 20. April 2026 Fahrradtour und Strandtag in Hualien

Ich habe herrlich geschlafen! Und dann bin ich erst mal in der Dusche spazieren gegangen; wer hat der hat. Nun wollte ich mir erst ein Fahrrad besorgen, aber der Verleiher bei mir auf der Straße hat leider geschlossen. Der sehr freundliche Rezeptionist hat mir dann eine andere Adresse gegeben und da bin ich erst mal gemütlich hingegangen. Heute ist es heiß.

Ich habe noch nicht geschaut, wieviel Grad, aber als ich nach einer Viertelstunde bei dem Fahrradladen ankomme, bin ich bereits nassgeschwitzt. 


Der Verkäufer hier zählt nicht zu der freundlichen Sorte, aber er leiht mir ein Fahrrad. Als Sicherheit möchte er meinen Ausweis haben und ich gebe ihm wie immer meine abgelaufene Gesundheitskarte, die ich extra für diesen Zweck dabei habe. 

Da ist ein Chip drauf, da ist ein Name drauf, da ist ein Foto drauf: sieht aus wie eine ID Card. Hat bisher immer funktioniert! 


Das Fahrrad ist ein rosafarbenes Mädchenfahrrad und ursprünglich auch für ein relativ kleines Mädchen gedacht. „Affe auf einem Schleifstein“ beschreibt die Situation ganz passend. Aber ich bekomme noch eine Flasche Wasser und zwei kleine Snacks dazu, ich denke, das sind so Energieriegel. Das Fahrrad und ich fangen an, uns aneinander zu gewöhnen. Es ist nicht sehr bequem, aber besser, als zu Fuß laufen auf dem Weg zurück ins Hotel komme ich an einem kleinen Markt vorbei, der wieder sehr bunt ist und wo es neben Lebensmitteln auch alle möglichen Textilien und ähnliche Dinge zu kaufen gibt. 





Unglücklicherweise ist es auch hier die Mode, mit dem Moped durch so einen engen Markt zu fahren. Die kommen mit den Dingern hier an, bleiben mit laufende Motor vor dem Marktstand stehen und kaufen ein und fahren dann weiter. Sehr nervig! Das ist aber leider in vielen südostasiatische Ländern so.


Da heute wirklich so tolles Wetter ist, beschloss ich, zum Strand zu fahren. Der hochgelobte Strand von Quixingtan ist 10 km entfernt, das könnte also eine gemütliche Radtour werden. Google Maps will allerdings nicht über die schnurgerade Küstenstraße fahren, sondern auf einer ziemlich doofen Zickzackroute durch die Stadt. 


Ich plane die Fahrt noch mal als Auto-Tour, da fährt er brav an der Küste entlang. Dann probiere ich noch mal, die Tour als Fahrradtour zu planen und er fährt durch die Stadt. Die Fußgängerroute gleicht der Radfahrer Route, also nehme ich an, dass an der Küste ein paar Straßen sind, wo ich mit dem Fahrrad nicht fahren darf (Autobahn). 









Das ist natürlich ein bisschen doof, weil ich keine Halterung für ein Handy habe und so zum navigieren immer anhalten muss. Reißverschluss auf, Handy raus,  einschalten, Route überprüfen und das ganze wieder umgekehrt und dann weiterfahren. Da ich das nicht sorgfältig genug mache, verfahre ich mich auch zweimal. Ärgerlich und, habe ich schon erwähnt, dass es warm ist? 

Auf dem Fahrrad kommt zwar der Fahrtwind dazu, aber man strengt sich auch ganz schön an. Ich brauche dann auch fast eine Dreiviertelstunde, bis ich endlich am Strand ankomme. 


An der Stelle, wo ich die Straße verlasse, ist ein kleiner Park mit ein paar Bänken und ein paar Palmen und man kann das Meer schon sehen. Wenn man dann ein paar Schritte weitergeht, sieht man (lt. Reiseführer) auch den schönsten Strand an der Küste. 


Naja, mal ehrlich: schön ist der Strand nicht! Es ist ein Kiesstrand und er sieht zwar ganz schön aus ist aber wegen der Steine relativ unbequem. Es sind ein paar Leute hier, aber einfach nur um das Meer zu genießen und nicht so sehr, um zu baden. Es soll hier auch gefährliche Unterströmungen geben. Von daher wäre ich ohnehin vorsichtig gewesen. 


So aber versuche ich, mir mit meinem Handtuch einen möglichst bequemen Platz zu legen schaffen und lege mich ein bisschen in die Sonne. 


Das ist zugegebenermaßen schön! 


Die Sonne von oben, ein leichter Wind sorgt für etwas Kühlung und vor einem das Rauschen des Meeres. So verbringe ich hier vor mich hinträumend eine ganze Weile, bevor ich mich wieder auf den anstrengenden Rückweg mache.


Überraschenderweise hatte Google jetzt einen Einsehen. Der Rückweg bestand mehr aus geraden Straßen mit wenigen Abbiegungdungen. Das war wesentlich entspannter zu fahren. Obwohl von entspannt keine Rede sein kann: es geht hier relativ oft bergauf, allerdings funktioniert die Schaltung recht gut so dass man das ausgleichen kann. 


Aber ich sitze sehr schlecht auf dem Rad. Der Lenker ist viel zu tief für mich (ich bin es gewohnt aufrecht zu fahren) und das Rad ist insgesamt zu klein, so dass ich beim Treten die Beine nicht strecken kann, das macht sich vor allem bei Bergfahrten bemerkbar. Aber besser schlecht gefahren als gut gelaufen.





Lotterielose




Später bin ich in die Stadt geradelt und habe mich ein wenig umgesehen. Es ist verhältnismäßig wenig los auf den Straßen hier und einzelne Geschäfte sind hier in Gruppen zusammen. Da ist eine Straße, da sind ausschließlich Geschäfte, in denen man überwiegend Goldschmuck kaufen kann und in einer anderen Straße gibt es Süßigkeiten. Dann sind auf 60-70 m nur Shops, wo man Lotterielose kaufen kann und so weiter. 

So funktioniert Wettbewerb! 

Etwas, was ich hier in Taiwan vermisse, was wir aber auch schon damals in China immer vergeblich gesucht haben: ein Café , wo man mal auf einer Terrasse sitzen kann und Kaffee trinken kann oder eine Kneipe, wo man vielleicht am frühen Abend schon ein Bier zischen kann. Und heute habe ich hier zufällig eine Kneipe gefunden. 





Sie ist in typischen!!! amerikanischen Western-Style und man spielt auch gruselige Country-Musik. Aber ich musste das jetzt einfach mal ausprobieren, deshalb hab ich mir ein Bier gegönnt. Umgerechnet 4,72 € für ein 0,3er Bier! Mutig! 


Ich muss zugeben, dass man sich hier mit dem Rad ganz gut bewegen kann. Ich wollte mir in Taipeh auch schon die App für öffentliche Fahrräder installieren, aber das ist ohne taiwanesische Rufnummer (meine Sim „kann“ nur Daten) nicht möglich. Sonst laufe ich die meisten Strecken. Bis jetzt sind da 163 km zusammengekommen, also 11,6 km täglich. Das nur mal als Erklärung, warum ich relativ gut schlafe…

Sängerin auf dem Markt



Heute Abend werde ich wieder auf den Dongdamen Nachtmarkt gehen, mal sehen, was es da heute zu essen gibt…..

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Mittwoch, 8. April 2026 Ankunft in Südkorea

Dienstag, 7.April 2026 Es geht los

Donnerstag, 9. April 2026 Seoul