Montag, 13. April 2026 3 1/2 Zugstunden bis Busan

Das Frühstück im Hotel war reichhaltig und lecker. Ich hatte viel Zeit und habe das auch genutzt. Der Concierge hat mich persönlich begrüßt und die Frau, die das Buffet betreute, hat mir (als Einzigem) 2x Kaffee gebracht. Für die anderen hieß es: Self service! 

Es ist wieder ein sonniger Tag und ich schlendere gemütlich zum ziemlich leeren Bahnhof. Kurz darauf kommt der Zug. Ich habe mir mal für einen minimalen Aufpreis die 1 Klasse gegönnt. Cool!



Die Sitze kommen mir größer und breiter vor und man kann die Lehne elektrisch zu Liegesitzen verschieben. Neben den bereits bekannten Handy-Ladeschalen gibt es hier auch noch Bordkino und Internet-Zugang auf dem Entertainment-Schirm. Hier ist die Zukunft bereits angekommen. 


Die Bahnstrecke führt größtenteils am Meer entlang. Vom Zug aus kann man das Wasser und die Strände sehen. Gut für mich, doof für die Leute, die da ihre Ruhe haben wollen. Aber noch ist es sicher zu früh und zu kalt zum Baden. 






Fahrkartenkontrollen finden subtil statt. Die Schaffnerin geht durch den Waggon und gleicht auf ihrem Pad die belegten Sitze mit der Realität ab. Ich sitze auf 7D, 7C ist frei. So soll es sein. Gebuchte Theorie und reale Besetzung. Angenehme Kontrolle! 


Die Fahrt verläuft völlig entspannt und ereignislos!


Der Zug hielt dann in Gyejongju, wo ich umsteigen musste. Auch das ist ein sehr moderner, klinisch sauberer Bahnhof mit vielen Sitzmöglichkeiten für Fahrgäste, Ladestationen, Toiletten, Shops, kurzum alles, was man braucht. 


Die Wagennummern sind markiert!



Ich habe hier eine halbe Stunde Aufenthalt, es tut aber auch gut, mal zu stehen und dann geht es noch eine halbe Stunde weiter bis Busan.

Während ich da wartete, habe ich in einem Bereich, wo die Leute saßen, einfach mal durchgezählt. Da saßen 36 Leute und in einem zweiten Durchgang habe ich dann gezählt, wie viele Leute über 50 waren. Das waren dann neun. Das untermauert so ein bisschen meine Behauptung, dass hier wirklich sehr viele junge Leute sind. Das ist sicher nicht repräsentativ, aber es bildet durchaus das Bild ab, was ich so auf den Straßen von Korea bis jetzt gesehen habe.



Der Anschluss-Zug in Gyejongju kommt mit 4 Minuten Verspätung (das nennen die hier Verspätung!!) an. Jetzt bin ich wieder in der 2. Klasse, aber es ist immer noch sehr komfortabel. Dieser Zug bringt mich nach Busan, meiner letzten Station in Südkorea. 


Mit 3 1/2 Millionen Einwohnern ist Busan die zweitgrößte Stadt in Südkorea. Der Hafen von Busan ist einer der wichtigsten Häfen (Platz 5 weltweit) hier an der Küste. Man weiß heute, dass hier schon vor 6.000 Jahren Menschen gelebt haben. Busan ist eine Industriemetropole. Textil- und Schuhindustrie, Lebensmittelindustrie, Maschinenbau, Fahrzeug- und Schiffbau…die Liste ist lang. 


Auch die Universitäten hier haben einen ausgezeichneten Ruf, das gleiche kann man von dem Jalgalchi-Markt sagen. Das ist ein riesiger Fischmarkt hier. Das Shinsegae Centum City ist das größte Kaufhaus der Welt und vom Busan-Tower (120m) hat man angeblich den besten Blick über die Stadt. 


Am Bahnhof in Busan (das übrigens Pusan ausgesprochen wird) hieß es erst mal wieder laufen. Diese Bahnhöfe sind so groß, wenn man hier den falschen Ausgang erwischt, landet man ähnlich wie in Japan auch in einem falschen Stadtteil. Hier musste ich aber erst mal nur die Metro suchen und die war gut ausgeschildert. 


An einem Gate sah ich dann einen offensichtlich Angestellten, den ich nach meiner Station fragte. Er zeigte auf einen Eingang, offensichtlich war ich richtig. Dann fragte ich nach dem Ticket-Automaten, und er fragte zurück, ob ich den koreanisches Geld habe. Ich bejahte, das zeigte ihm einen zehntausender und er nahm ihn mir sofort weg. Ich folg sie ihm dann und an dem Ticketautomaten, scheuchte er ein paar Leute weg, weil er offensichtlich in Eile war. 😎


Dann zog er mir mein Ticket, gab mir das Wechselgeld und bedeutete, ihm zu folgen. An der Schranke, wo man das Ticket scannen muss, geschah das gleiche: die anderen mussten warten. Er scannte das Ticket für mich gab es mir dann und ich bedankte mich. Er war etwas hektisch, aber er hat 100-prozentig geholfen und ich habe mich sehr darüber gefreut.






Und wieder bin ich ziemlich im Auge des Sturms gelandet. 

Oder so ähnlich.


Ich suche ja immer Unterkünfte, die gemarkert sind mit „beliebteste Gegend unserer Gäste“ auf booking und das trifft eigentlich auch immer zu, so auch hier. 







Hier reiht sich eine Kneipe an die andere, ein Café an das andere, ein Sex Club an den anderen. 


Es ist so, dass kein Wunsch hier unerfüllt bleibt. Es war nicht so ganz einfach, mein Gasthaus zu finden, aber einmal gefragt und schon klappte es. Ich hatte mit denen vorher schon geschrieben, und sie hatten gesagt, dass Checkin erst ab 16:00 Uhr möglich sei, dass ich aber um zwei durchaus mein Gepäck da abkippen könnte. 

Das wollte ich auch und wurde empfangen von einer sehr jungen, hübschen Frau, die eigentlich ein bisschen abgerissen aussah. Das lag daran, dass sie ein T-Shirt voller Flecken hatte, so, als ob sie ein Zimmer angestrichen hätte. 


Bei näherem hinsehen erkannte ich aber, dass das offensichtlich ein frisch gewaschenes Hemd war, dass der Modemacher sich so ausgedacht hat. Cool! 


Sie war unbeschreiblich liebenswürdig, hat mir sofort meine Klamotten abgenommen und ich durfte auch kurz die Toilette benutzen und dann hat sie mir an einer Wand einen selbst gemachten Stadtplan erklärt und mich auf die ganzen Sehenswürdigkeiten hingewiesen. Ich hatte schon vorher von zwei anderen Reisenden gehört, dass Busan eigentlich schöner ist als Seoul, und sie bestätigte, dass Seoul sehr schön sei, sehr modern und sehr künstlich, während hier alles noch sehr viel älter ist und an vielen Stellen auch charmanter. 









Die Bilder gehören unter den nächsten Abschnitt 😢



Ich könnte mir fast vorstellen, dass sie Recht hat und ärgere mich jetzt schon ein bisschen, dass ich nicht doch noch einen Tag hier drangehängt habe. Aber auf dieser Reise ist die Zeit ohnehin sehr knapp, das ist so wie mit einem Hemd: wenn man es hinten reinstopft, rutscht es vorne raus. Und so ist die Zeitplanung eigentlich gar nicht schlecht. Aber so ganz hinten in meinem Kopf ist der Gedanke, dass man vielleicht auch ein zweites Mal nach Korea fahren muss. Eigentlich ungewöhnlich bei so einem relativ kleinen Land.


Erstes Ziel war dann der Fischmarkt. Ein sehr großer Markt mit unzähligen Ständen und mit Seetieren, die ich in meinem Leben noch nie gesehen habe. Aber auch ein paar alte Bekannte sind dabei, Oktopus, Tintenfisch,Muscheln, Krebse, kleine Fische, große Fische, manche von den leben noch, andere sind aber wahrscheinlich auch erst heute verstorben. 


Es ist ein Fest für die Sinne. Es gibt unzählige kleine Garküchen, wo man das, was man sieht, auch direkt essen kann. Die Preise kann ich nicht einschätzen, da es teilweise Kilopreise sind. Wenn ich schon gar nicht weiß was für ein Lebewesen da überhaupt verkauft werden soll, kann ich den Preis schon mal gar nicht bewerten. 


Der eigentliche Markt zum kaufen ist im Freien, während in der Halle beides gemacht werden kann, entweder kaufen oder auch direkt essen. Es sind viele Dinge dabei, die ich gerne mal probieren würde, aber so ganz ohne Anleitung traue ich mich das doch nicht so recht. 


Man weiß nie, welche davon gebraten oder gekocht werden und welche so roh gegessen werden. Und da würde ich gerne eine kleine Kostprobe vorher haben, bevor ich mir ein ganzes Gericht bestelle.


Das ganze Viertel hier ist unglaublich lebendig. Man kann aber auch erkennen, dass es noch die Ruhe vor dem Sturm ist. Die Restaurants sind alle leer und ich kann mir vorstellen, dass sie heute so gegen 7:00 Uhr sich schnell füllen und das dann auf diesen kleinen engen Straßen auch kein durchkommen mehr sein wird. Von meiner Wirtin weiß ich, dass hier auch noch andere Märkte sind. Einer, der Gueje Market, ist sehr klamottenlastig und in einer alten, riesigen Markthalle untergebracht. 






Keine Ahnung, was das ist, war aber sehr lecker!



Ich gehe dann mal kurz durch, aber das ist nicht so meine Interessenlage. Der andere, auch nicht weit entfernt, ist der Kkangtong-Markt (keine Sorge, die 2k sind kkorrekt. 😂

Hier geht es dann wieder um Lebensmittel und es ist eine bunte Mischung aus einigen Fisch und Fleisch ständen und dann aber auch vielen kleinen Jobs, in denen Gemüse und auch eingelegtes Gemüse verkauft wird. Dazu gibt es Zigaretten, Süßigkeiten, Schnaps,… alles was der Mensch braucht.

Aber irgendwann ist es auch soweit, dass meine Füße müde werden und ich bin wieder zurück in meine Unterkunft gegangen.





Jede Menge Tarot-Vorhersagen…



Ich habe dann abends meine Gastgeberin um eine Restaurantempfehlung gebeten und sie ht mir den Nachtmarkt empfohlen. 


Einfach um mal zu zeigen, wie süß und gastfreundschaftlich sie ist, habe ich ihre Anweisung mal mit Google übersetzt und sie hier beigefügt. Unfassbar! 


Es gibt viele Gassen und Sie können sich verlaufen, deshalb empfehle ich Ihnen, immer durch denselben Eingang zu gehen.

Sie können hauptsächlich den Eingang neben der Vorderseite nutzen, nicht den vorderen Eingang

Es gibt viele Gassen in Busan.

Aufgrund des Koreakrieges kamen Flüchtlinge und bauten hier und da Häuser.

Die Straßeninstandhaltung begann mit der voranschreitenden wirtschaftlichen Entwicklung in den 1960er Jahren.

Es ist jedoch schwierig, den Bereich, in dem das Haus bereits gebaut wurde, vollständig zu zerstören, also lassen Sie das Haus so, wie es ist.

Ich habe Straßeninstandhaltung durchgeführt.

Normalerweise bauen neue Städte zuerst Straßen und dann Häuser.

Aber in Busan wurden zuerst Häuser und später Straßen gebaut.

Die Straßen von Busan sind also kompliziert

Es ist eine Struktur mit vielen Gassen.

Mach dir keine Sorgen, wenn du dich verirrst.

Da bin ich!

Wenn du mir eine Nachricht schickst, hole ich dich überall ab^^

Bupyeong-Markt (Can Market)

Öffnungszeit des Nachtmarktes 7:30-11 Uhr

Yashidang befindet sich auf dem Bupyeong-Markt.

Sie können dem Weg mit vielen Menschen folgen.

Das berühmteste Essen in Busan ist 부평시장

Es ist Schweinesuppe.

Ich empfehle Ihnen, es auszuprobieren.

Wenn Sie Fragen haben oder Hilfe benötigen, senden Sie mir bitte jederzeit eine Nachricht


Ist das nicht toll?? 

Und als ich vom Nachtmarkt nach Hause kam, hat sie mir noch ein paar leckere, frische Erdbeeren geschenkt! 😍




Kommentare

  1. Du bist in der himmlischen Welt der kulinarischen Genüsse angekommen.

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