Dienstag, 7.April 2026 Es geht los
Dienstag, 7.April 2026 Es geht los
Es geht los? Oder auch nicht. Die Startzeit an diesem Tag ist doof. Um 3:00 Uhr nachmittags muss ich zur S-Bahn, von da aus geht es dann zum Hauptbahnhof, von da aus nach Frankfurt und von da aus dann nach Asien. Unglücklicherweise konnte ich gestern nicht online einchecken, so dass ich in Frankfurt noch mal an den Schalter muss. Kein guter Start.
Aber so sollte es weitergehen. Heute ist ein schöner Tag, die Sonne scheint und alles ist sehr freundlich. Eigentlich ein schöner Reisetag. Ich bin dann etwas früher zur S-Bahn gegangen, weil ich sicherheitshalber eine S-Bahn eher nehmen wollte. Nachdem ich dann 3-4 Minuten auf dem Bahnsteig gestanden habe, kam die Durchsage, dass die S-Bahn nicht fährt wegen irgendeines Defektes. Also bin ich im Dauerlauf zur nächsten großen Straße gelaufen und habe mir einen Uber gerufen. Der brauchte aber bis zu meinem Standort etwas länger, weil wegen des gesperrten Rheinufertunnels in der ganzen Gegend ein totales Verkehrschaos herrscht. Aber er kam. Ein sehr freundlicher Typ, und er versuchte sein Bestes, im Rennfahrer-Stil durch die mit Baustellen übersäte Bilker Allee zu fahren. Das klappte aber nicht so gut, weil die sehr langsam vor uns fahrende Straßenbahn das erfolgreich verhinderte. Meter für Meter kämpften wir uns voran und brauchten an jeder Ampel 2-3 Ampelphasen, bis wir sie passiert hatten.
Und die Bilker Allee ist gespickt mit Ampeln.
| „Etwas“ gestresst an der S-Bahn! |
Mein Zug sollte um 15:19 Uhr in Düsseldorf losfahren. Und um 15:22 Uhr kamen wir gegenüber vom Bahnhof an. Dort rie mir der Fahrer, doch lieber zu laufen, weil in dem Verkehrschaos am Bahnhof würde er länger brauchen als ich zu Fuß. Ich tat das auch, und auch, wenn ich einigermaßen regelmäßig zum Sport gehe, ist Dauerlauf mit Gepäck nicht mein Hobby. Und auch nicht meine Stärke. Mein Zug sollte auf Gleis 16 fahren, d.h. ich musste durch den mit Menschen überfüllten Bahnhof komplett durchlaufen um dann ganz zum Schluss auch noch festzustellen, dass die Rolltreppen außer Betrieb waren.
Läuft bei mir heute!
Am Bahnsteig angekommen sah ich, dass mein Zug zum Glück Verspätung hatte. Statt um 15:19 Uhr sollte jetzt um 15:49 Uhr kommen. Das hört sich gut an, muss es aber nicht sein. Ich habe in Frankfurt 2 Stunden Zeit, um vom Fernbahnhof zum Checkin zu kommen und zum Boarden. Das ist ausreichend Zeit, wenn man online eingecheckt hat. Wenn man das noch vor sich hat, wird das verdammt knapp.
Hier am Hauptbahnhof sind sehr viele Züge verspätet.
Es kommen nun laufend Durchsagen, in denen erklärt wird, dass der Zug verspätet ist, abgeschlossen mit einer Entschuldigung. Die Erklärungen lauten: Verspätung wird verursacht durch einen vorausfahrenden Zug, durch nicht erschienenes Personal, durch Störungen auf dem Gleis und durch technische Defekte. Die Eisenbahn führt einen Kampf gegen Windmühlen.
Ich war schnell im Zug und konnte noch einen Sitzplatz ergattern. Dann kam eine Durchsage, dass der Zug heute nur aus 2 Wagen besteht, nicht, wie geplant, aus vier Wagen. Der Zug ist schon in Düsseldorf gut besetzt, und in Köln steigen auch noch Leute zu. Kuschelig!
Ich bin nervös. Ich bin immer nervös, wenn eine Reise beginnt, das ist wie Lampenfieber. Wenn es aber so holpert, wie heute, artet das in Stress aus. Wenn ich den Flug verpasse, weiß ich nicht, was ich machen soll. So kurzfristig einen neuen Flug buchen wird höllenteuer. Und die Reise canceln? Ca. 2000.- € für die Flüge wären weg. Die Unterkünfte könnte ich zu 80% stornieren und bei den Zugtickets ca. die Hälfte. Die gebuchten Touren wären verloren. Kein schönes Szenario.
Aber es sollte gut gehen. Der Zugführer versuchte offensichtlich, die verlorene Zeit wieder reinzuholen und wir kamen mit 20 Minuten Verspätung in Frankfurt an. Schnell durch das Terminal 1 laufen, den Zug zum Terminal 2 nehmen, hier auch wieder nennenswert Stracke machen und schließlich den T‘way-Schalter am Horizont sehen. Hier war es erstaunlich und erfreulich leer und nach wenigen Minuten war ich dran.
| Schon deutlich besser drauf in Frankfurt |
Ich war ziemlich fertig aber auch froh, es doch geschafft zu haben. Und zur Belohnung (ist immer wichtig) fragte ich nach einem Upgrade. Freundlicherweise nahmen sie eine meiner Nieren als Anzahlung und nach dem Motto „man lebt nur einmal) kaufte ich das Upgrade. Von einem Moment auf den nächsten war meine Laune super und der Druck im Angesicht eines 13-Stunden-Fluges war verflogen. So kann man aus einem schlechten Start einen guten machen!
So kann man aus einem schlechten Start einen guten machen! Sehr gut.
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