Dienstag, 21. April 2026 Bergbau
Nach meinem Morgenritual habe ich mich dann noch mal aufs Fahrrad geschwungen und bin zum Skulpturenmuseum gefahren.
Das ist nur 3 km entfernt und auf dem Weg komme ich am Hafen vorbei. Hier liegen zwei Schiffe, die in Panama gelistet sind und die offensichtlich Kohle geladen haben.
| Mein zu kleines Fahrrad… |
Vor dem Skulpturenmuseum ist ein kleiner Park mit einigen größeren Skulpturen.
Das Museum ist für Menschen über 65 kostenlos, was ich natürlich toll finde. Es werden einige Bilder und sehr interessante Skulpturen gezeigt, teilweise sehr abstrakt, teilweise naturgetreuer Abbildungen von Menschen. Sehr schön sind auch die Arrangements von Blumen, die hier mit in Form gebracht worden sind. es sind pinkfarbene Orchideen und sie stehen hier an verschiedenen Stellen im Raum. die Skulpturen sind teils aus Steinen, aber auch aus Holz und anderen Materialien. Es sind viele, sehr fantasievoll Stücke darunter.
In einer anderen Halle des Museums wird die Bedeutung von Steinen in dieser Region erläutert, eine interessante Geschichte.
Angefangen hat wohl alles damit, dass man an den Fluss Ufern Asbest gefunden hat. Das war seinerzeit eine Wundfaser, die sehr große Festigkeit besaß und damit als Baumaterial der Renner war. Man hat dann die Flussufer weiter untersucht und hat dort auch Marmor gefunden. Später kam noch Kupfer dazu und viele Minen entstanden hier.
In den vierziger Jahren hat ein Japaner hier auch größere Jade vorkommen, entdeckt. Sie wurden erst mal ignoriert, weil zu derzeit Jade keinen Wert besaß. Später wuchs hieraus auch eine Jade Industrie heran.
Aber damit war es noch nicht vorbei, im Fluss fanden sich dann auch große Mengen von Gold. Bei diesen ganzen Suchen wurden auch 200 spanische Skelette gefunden. Sie gehörten zu einer spanischen Truppe die 1622 von dem lokalen Stamm der Taro Cô getötet worden sind. Für eine Zeit war die Gegend hier ein Eldorado für die Goldsuche.
Das dauerte bis in die späten Fünfzigerjahre an und von Daten fing man an die Marmorressourcen auszubeuten. Die Industrie wuchs sehr schnell und man hat einerseits das Marmor abgebaut, aber dann auch angefangen fertig Produkte aus dem Marmor zu erstellen. Angefangen von Baumaterialien bis hin zu Vasen,tellern und ähnlichen Gebrauchsgegenstand.
Das Marmor vor vorkommen. Hier in der Gegend erstreckt sich über 200 km von Nord nach Süd und circa 10 km in der Breite. In der Tiefe geht es bis über 1000 m.
Dann ging es weiter zum ein Stück entfernt liegenden Fischereihafen von Hualien. Hier ist der Startpunkt für das Whale-Watching; 7 oder 8 Schiffe liegen hier. Mit etwas Glück kann man die Tiere aber auch von einem Aussichtsturm aus sehen. Als ich dann in den Hafen hinein fahre, sehe ich schon, dass er durch eine etwa 8 m hohe, mächtige Mauer geschützt wird, so dass man das Meer leider nicht sehen kann.
| Marmorblöcke |
Aber dafür ist ja der Aussichtsturm da, leider ist er aber gesperrt.
Schade.
Hier ist aber auch die Happy Blue Bird Mailbox, ein aus Stein gefertigter Briefkasten, fast so groß wie eine Litfaßsäule und oben drauf eine blaue Möwe.
Ich habe einen Augenblick überlegt, ob ich so eine Whale Watching Tour machen soll, aber ich habe das vor 13 Jahren schon mal in Sri Lanka gemacht und irgendwie finde ich das auch nicht ganz so toll, wenn die Tiere von den Whale-Watching Booten regelrecht gejagt werden.
Im Hafen liegen viele Fischerboote und es sind seltsame Konstruktionen. Sie sind am ehesten zu vergleichen mit Schlauchbooten, nur dass die Schläuche nicht aufblasbar sind, sondern es sind Rohre. Der Tiefgang ist minimal, also werden sie überwiegenden im flachen Wasser fischen.
Leider fing es an, zu regnen, also flüchtete ich ins Hotel.
Weiter nördlich gibt es noch einen Park mit einer Aussichtsplattform. Da bin ich dann hin geradelt, obwohl der Himmel schon wieder nicht so toll aussah. Das hat sich dann auch bald gerächt.
| Profi-Mähroboter |
Der Aussichtsturm hat deutlich bessere Zeiten gesehen und die Geländer traut man sich vor lauter Rost kaum anzufassen. Auf der oberen Plattform wohnt dann auch ein Obdachloser wobei ich zugeben muss, dass ich davon weder in Taipeh noch hier viele gesehen habe. Leider regnete es etwas ausdauernder und so leiste ich dem Obdachlosen eine Zeit lang Gesellschaft.
Unterhalten hat mich dabei ein Rasenmäher Roboter, nicht so die kleinen Geräte, die wir in unseren Gärten einsetzen, sondern so ein richtig großer, der hier die Böschung rasieren muss. Ein Mann steht da mit einer Fernbedienung und lässt sein Spielzeug hin und her fahren. Angenehmer Job!
Das Wetter wird nicht viel besser. Ich bin dann etwas mehr ins Zentrum rein gefahren, hab das Fahrrad abgegeben und bin dann so zu Fuß ein bisschen durch die Straßen gelaufen. Dabei habe ich immer Ausschau gehalten nach einem Restaurant für heute Abend. Heute war mehr los als gestern und das ist auch mal ganz schön sich so einen Alltag anzusehen. Heute will ich nicht ganz so spät schlafen gehen weil morgen schon wieder relativ früh der Wecker schellt.
Der Abend war da nicht mehr ganz so erfreulich. Als ich gerade so weit weg vom Hotel war, dass er sich nicht lohnte, zurückzugehen, fing es an zu regnen. Es war so ein richtiger, ergiebiger Landregen, und man wurde innerhalb von 1 Minute richtig nass. Ich hatte dann eine Stelle gefunden, wo ich mich notdürftig unterstellen konnte, aber so richtig spannend war es da auch nicht. Dann fand ich ein einfaches Restaurant und beendete den Tag, unter anderem mit unheimlich leckeren Pilzen vom Grill!
Kommentare
Kommentar veröffentlichen